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Nihilismus= Pessimismus?

 Nihilismus ist die neue Jugendsünde, aber irgendwie auch der neue Jugendsegen. Er ist die Munition der Tagediebe und Anarchisten, Motivation und Entmutiger der Kämpfenden, Brot der Depressiven und der Künstler und kaum eine philosophische Richtung, ich wage zu behaupten nicht einmal der Utilitarismus, wird so verteufelt. Warum?

Nihilismus bezeichnet die Verneinung einer objektiven Ordnung hinsichtlich des Seins, der Erkenntnis, der Werte und der Gesellschaft (angelehnt an die Wikipediadefnition). Kurzum, Nihilisten gehen von der Nichtigkeit, der Sinnlosigkeit alles Bestehenden aus. Im Ferneren werden durch ihn auch alle Normen und Werte abgelehnt, da auch diese folgend auf die eben genannte Erklärung nichtig gesprochen würden, jedoch lasse ich diese Aussage ungern so stehen, aber dazu später. 

Zunächst zum Entstehen und der Logik des Nihilismus: Offen gesagt, ist es überhaupt möglich, als annährend tiefgründig (womit ich meine normal) Denkender nicht mehrfach im Laufe des eigenen Lebens an einem Punkt anzukommen, da sich auf die Frage nach Sinn und Zweck der Existenz auf nihilistische Antworten zu stoßen? Die abstrakte Philosophie ist meiner Ansicht nach beinahe unumgänglich darauf ausgelegt, den tieferen Sinn zumindest stärkstens in Frage zu stellen, schon allein weil das Nichtvorhandensein der direkten Erklärung wenigstens den alternativen Eindruck, dass es selbige Erklärung nicht gibt und Dinge "einfach so" geschehen, hervorrufen muss. Objektiv betrachtet sind wir alle Bewohner eines sehr, sehr kleinen Planeten in einem ebenso verschwindend kleinen Sonnensystem, irgendwo in einem unvorstellbar großem Universum. Wir sind einer von 7 Milliarden Menschen, ohne den die Welt ohne jegliche Probleme fortexistieren könnte, und die eigene Geburt war für die Menschheit an sich, geschweige denn die Welt, unnötig und austauschbar.

Nihilistische ansichten sind also das Logischste der Welt und im Grunde, trotz der Tatsache dass sie gefährlich sind, irgendwo auch notwendig.  Meiner Ansicht nach ist die ständige Kritik, das regelrechte Verteufeln dieser Strömung nicht so berechtigt wie die Kritik an den Anhängern derselben. Nihilismus an sich muss einen Menschen nicht schwächen und mittels schwerer depressiver Episoden an sein Bett fesseln. Wenn alles egal ist, dann fühlt man sich verloren, klar. Aber ist es nicht auch der befreiendste Schluss, der zu ziehen möglich ist?

Denn wenn alles egal ist, zwingt mich nichts zu irgendetwas, dann gibt mir das die Macht, meinem Leben einen eigenen Sinn zu geben und führt zu eigenen Zielen, einem eigenen, starken Willen, demzufolge auch Charakterstärke und Kampfgeist. Wem das eigene Leben für sich selbst sinnvoll erscheint, dem ist egal, dass es objektiv betrachtent sinnfrei ist. Ich denke also, dass Nihilismus nicht zu kritiseren ist, sondern eher zu loben. Kritisieren sollte man jene, die ihn missbrauchen oder als Entschuldigung nutzen. 

 So. Nihilismus in der Jugend.

Ich denke, dass besonders für Jugendliche, die ihren Platz in der Welt und der Gesellschaft zumeist noch suchen müssen, der Sinn des ganzen ein immer wiederkehrendes Phantom ist, und dass es unheimlich viele unheimlich wütend macht, dass sie dieses nicht zu Gesicht bekommen, und auch niemals zu Gesicht bekommen werden, es sei denn sie sind klug genug im Spiegel nachzusehen.  Jedenfalls führt das, meiner unstudierten Ansicht nach, zum Phänomen der ständig wütenden, nicht selten zu beispielsweise radikalen Rechten oder Anhängern des schwarzen Blocks der Antifa, Drogenkonsum und verwirrten Möchtegernfreigeistern (ich selbst bin wohl letzteres), weil der Jugendliche (hoffentlich) beginnt, selbst zu denken und die ihm vorgegebenen Muster zu hinterfragen und so lange auseinanderzureißen, bis er in einem Haufen Scherben sitzt und sich fragt, wohin er gehört, was er eigentlich sucht. Und eben dieses Zerschmettern des Bekannten ist die Stelle, an der man beginnen sollte, den Nihilismus als Segen zu sehen und richtig zu nutzen und sich aus den vielen Scherben vorgegebener, für einen selbst nur dem Nihilismus zuzuordnender Muster, ein eigenes zu bauen.

Daher kann ich Nihilisten nicht leiden. Obgleich ich einige von ihnen über alles schätze. Ich für meinen Teil denke, dass es furchtbar wäre, in einer Welt zu leben, in der der Nihilismus gar keine Option darstellt, denn hier müsste man alles noch schwerer nehmen, was Nihilisten ja im Grunde erspart (oder selbstbestimmbar) bleibt, und wenn man dort seinen Sinn für unpassend hielte, so wäre man zum Unglück verdammt, wie es so viele von Nihilismus glauben, übersehend, dass es genau gegenteilig ist. Nihilismus ist Glück. Nihilismus ist Freiheit. Solange man will.

24.1.18 18:39
 


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